21. Mai 2016

Jugendschutz im Internet weitere Infos und Links für Eltern und Betreiber von Internetpräsenzen

Wirksamer Jugendschutz kann nur mit gemeinsamen Engagement von Eltern und Betreibern von Internetpräsenzen funktionieren.

Im Lauf der Jahre haben sich einige wieder kehrende Fragen und Antworten angesammelt. Dazu paar themenspezifische Infos und Links zu weiter führenden Seiten und Initiativen finden Sie jeweils auf den Seiten für Eltern und Site Betreiber.

Einige für alle interessante Links zum Thema Jugendschutz und Recht im Internet sind hier:

  • Rechtsbelehrung.com  Ist ein Jurapodcast, in dem monatlich aktuelle Rechtsfragen der Netzwelt durch den Radiojournalist Marcus Richter und der Rechtsanwalt Thomas Schwenke besprochen werden.
  • Netzpolitik.org  Netzpolitik .org/Kategorie Jugendschutz mit themenspezifischen Artikeln
  • Medienpaedagogik-Praxis-Blog  Materialien, Methoden, Projektbeispiele, Tipps, Tricks und aktuelle Informationen für die medienpädagogische Praxis in Jugendarbeit und Schule – das sammeln und veröffentlichen in diesem Blog MedienpädagogInnen aus verschiedenen Teilen Deutschlands.
  • Eine weitere interessante Seite mit Infos zum Jugendschutz nicht nur im Internet ist Bussgeldkatalog.com

Begriffe des Jugendmedienschutzes

Telemedium

Der Begriff Telemedium wurde neu interprediert um Abgrenzungsschwierigkeiten zwischen Telediensten im Sinne des Informations- und Kommunikationsdienste-Gesetzes und den Mediendiensten im Sinne des Mediendienste-Staatsvertrages zu vermeiden. Gemeint sind vor allem Internetangebote, für deren Jugendschutzaufsicht seit April 2003 die Kommission für Jugendmedienschutz zuständig ist. Nach der Jugendschutzreform werden Rundfunk, Telemedien und Trägermedien voneinander abgegrenzt. Trägermedien fallen unter das Jugend­schutzgesetz.

Entwicklungsbeeinträchtigende Angebote

Sind Inhalte, die die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen können, aber nicht als jugendgefährdend bewertet werden. Beeinträchtigungen können je nach Altersstufe z.B. durch Gewaltdarstellungen, ungeeignete sexuelle oder sozialethisch desorientierende Inhalte ausgelöst werden. Anbieter müssen durch technische Mittel zum Beispiel Labelung das oder (Sende)-Zeitgrenzen sicherstellen, dass Kinder oder Jugendliche die Angebote üblicherweise nicht wahrnehmen können.

Jugendschutzprogramme

Jugendschutzprogramme (§ 11 JMStV) sind ein spezielles Jugendschutzinstrument für entwicklungsbeeinträchtigende Angebote in Telemedien gemäß JMStV .
Jugendschutzprogramme sind eine Software/Programme, die Eltern auf einem Computer oder sonstigen internetfähigen Gerät installieren, um ihren Kindern einen altersgerechten Zugang zu Internetangeboten zu ermöglichen. Sie sind kein Ersatz, aber unterstützen die elterliche Aufsicht wenn Kinder im Internet unterwegs sind.
Sie basieren auf Filtersystemen, die entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte über vorgegebene Sperrlisten und automatische (Selbst-) Klassifizierungsverfahren blockieren und zulässige Inhalte passieren lassen. Sie müssen einen nach Altersstufen differenzierten Zugang ermöglichen.
Die KJM hat im Februar 2012  zwei Jugendschutzprogramme unter Auflagen anerkannt: das vom Verein JusProg, und das der Deutschen Telekom.

Labeling

Bedeutet: Kennzeichnen/programmieren für ein Jugendschutzprogramm gemäß § 11 Abs. 1 JMStV
Damit dürfen Anbieter von entwicklungsbeeinträchtigenden Inhalten in Telemedien, die ihr Angebot mit dem von der KJM festgelegten technischen Labeling-Standard für die altersdifferenzierte Kennzeichnung von Inhalten im Word Wide Web korrekt mit einer Altersstufe gekennzeichnet („gelabelt“) haben, dürfen diese Inhalte seit Anerkennung der beiden Jugendschutzprogramme verbreiten. Weitere Jugendschutzmaßnahmen, Einhaltung von Zeitgrenzen oder die Vorschaltung eines anderen technischen Mittels sind nicht mehr erforderlich.
Um ein Internetangebot für ein durch die KJM anerkanntes Jugendschutzprogramm zu labeln , muss, eine entsprechende  XML-Datei im Rootverzeichnis des Webauftritts abgelegt werden. Mit dieser Datei (age-de.xml) erfolgt das Labeling.
Durch Aufbau und Inhalte der „age-de.xml“ kann der Anbeiter festlegen, welche Maßnahmen durch ein anerkanntes Jugendschutzprogramm beim Aufruf seines Angebots getroffen werden. Der von der KJM beschlossene Labelstandard bietet neben der einfachsten Art des Labelings, bei der eine Altersstufe für das gesamte Angebot festgelegt wird, Möglichkeiten, einzelne Rubriken, Pfade, Seiten oder einzelne Inhalte unterschiedlichen Altersstufen zuzuordnen.

Mehr Infos zum Labeling: Zur Jusprog Website

Jugendgefährdende Angebote

Das sind unzulässige Inhalte, die in Telemedien nur innerhalb einer geschlossenen Benutzergruppe verbreitet werden dürfen und im Rundfunk überhaupt nicht. Dazu zählen z.B. pornografische Angebote.

Altersverifikationssystem (AVS)

Das AVS ist eine Zugangssperre für geschlossene Benutzer­grup­pe im Internet zu denen nur Erwachsene Zugang haben dürfen. AV-Systeme müssen das Alter eines Internet-Nutzers gemäß der gesetzlichen Vorgaben zuverlässig überprüfen. Das AV-System muss garan­tieren, dass der Nutzer bei jedem Besuch der betroffenen Internet-Seite ohne Möglich­keiten der Manipulation authentifiziert wird.

Geschlossene Benutzergruppen

Nach dem JMStV dürfen pornografische und offensichtlich schwer jugendgefährdende Inhalte im Internet nur dann verbreitet werden, wenn der Anbieter durch sogenannte „geschlossene Benutzergruppen“ sichert, dass nur Erwachsene Zugriff darauf haben. Zur Sicherung geschlossener Benutzergruppen werden Altersverifikationssysteme (AV-Systeme) bzw. Altersprüfsysteme eingesetzt.

Absolut unzulässige Angebote

Absolut unzulässige Angebote sind laut §4 des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages Angebote mit Inhalten wie: Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Hetze/Aufstachelung zum Rassenhass, Verharmlosung von Handlungen, die unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangen wurden, Pornografie, Kriegsverherrlichung, Darstellung von Kindern und Jugendlichen in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung sowie Verletzung der Menschenwürde.

Indizierung

Auf der Liste jugendgefährdender Medien werden jugendgefährdende Schriften, Filme, Videokassetten, DVDs, Video- und Computerspiele und Internet-Seiten (Telemedien) geführt. Medien auf dem Index dürfen nicht mehr vertrieben und beworben werden. Zuständig für die Indizierung ist die Bundes­prüf­stelle für jugendgefährdende Medien (BPjM).