10. Mai 2016

Jugendschutz im Internet – Informationen für Eltern

Der Jugendschutz nach deutschem Recht ist nur für in Deutschland gehostete, oder von in Deutschland ansässigen Betreibern betriebene Internetpräsenzen wirksam. Im weltweiten Netz ist Ihr Kind deshalb nur einen Klick von harter Pornographie, Gewalt, Horror und anderen schädlichen Einflüssen entfernt wenn Sie nicht selbst aktiv werden.

Technisch gibt es einige Möglichkeiten die Sie nutzen sollten, aber Sie müssen mit ihrem Kind kommunizieren, und einen Überblick über seine Internataktivitäten behalten wenn Sie es wirksam vor Gefahren und schädlichen Einflüssen in der digitalen Welt schützen wollen.

Technische Maßnahmen sind das Einrichten getrennter Nutzerkonten auf dem PC und das Nutzen der Jugendschutz Möglichkeiten zum  Beispiel in Windows. Zusätzlich sollten sie die Filtersoftware von Jusprog herunterladen und installieren.

Bauen Sie gemeinsam Online-Medienkompetenz auf und schützen Sie ihre Kinder vor schädlichen Einflüssen.

  • Zeigen Sie Interesse an neuen Medien und nehmen Sie ihre Kinder ernst. Für Kinder üben digitale Medien eine besondere Faszination aus. Verweigern Sie sich dagegen, verpassen Sie die Chance, Ihr Kind beim Aufbau seiner Medienkompetenz zu unterstützen und seine Mediennutzung im Blick zu halten. Fragen Sie aktiv nach was es Neues gibt, was gerade total angesagt ist und nehmnen Sie die Interessen ihres Kindes ernst. Spotten Sie nicht über Dinge die Ihnen absurd oder unverständlich erscheinen.  Damit behalten Sie den Überblick und können notfalls eingreifen und Ihr Kind vor Gefahren bewahren.
  • Sprechen Sie offen über mögliche Risiken. Statt Verboten im Umgang mit dem Internet, sollten Sie sich mit ihren Kindern über Gefahren des Internets auszutauschen und gemeinsam Regeln festzulegen. Diese Regeln sollten von beiden Seiten Konsequent eingehalten werden. Sein Sie dabei Vorbild. Wenn sie Regeln ändern weil sie gerade nicht passen, wird Ihr Kind das ebenfalls tun. Sie können auch einen schriftlichen Vertrag mit ihrem Kind schließen. Dieser hilft, dass Vereinbarungen wirklich gehalten werden.
  • Seien sie nicht zu streng oder kritisch. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es mit allen Problemen, Fragen, Anregungen und Wünschen zu Ihnen kommen kann und Sie sich damit konstruktiv auseinandersetzen.
  • Begleiten Sie Ihr Kind. Auch wenn sich Ihr Kind scheinbar sicher im Netz bewegt, sollten Sie es begleiten wenn es online lernt, das Internet nutzt und Erfahrungen macht.  Sie müssen es nicht durchgängig überwachen wenn es den Computer nutzt, sollten aber mit getrennten Nutzerkonten, individuellen Regeln und Filtersoftware sicherstellen dass Sie einen Überblick über das Verhalten haben. Besonders am Anfang sollten Sie gemeinsam Accounts eröffnen und Profile anlegen.
  • Behalten Sie den Überblick über das Verhalten ihres Kindes. Sie sollten wissen wie Ihr Kind das Internet nutzt. Einigen Sie sich mit ihm über eine Auswahl geeigneter Angebote, und machen Sie sich ein Bild was Ihr Kind im Internet macht.  Reden Sie mit Ihm über Erfahrungen und Erlebnisse.
  • Erklären Sie ihrem Kind wie wichtig es ist sorgsam mit persönlichen Daten, Fotos und privaten Informationen umzugehen.  Zeigen Sie Ihrem Kind wie das Internet und Netzwerke  funktioniert, welche Regeln zu beachten gilt und unterstützen Sie es beim Auf- und Ausbau seiner Medienkompetenz.
  • Nehmen Sie Probleme mit Stalkern, Beschimpfungen, Pöbeleien  und peinlicher Zurschausstellung ernst und greifen Sie rechtzeitig ein wenn ihr Kind Sie um Hilfe bittet,  oder sie negative Einflüsse feststellen.
  • Reden Sie konsequent über alle Regelverstöße und sanktionieren Sie diese falls nötig. Filtersoftware, Nutzerkonten lassen sich manipulieren. Dazu finden sich im Internet ausreichend Anleitungen. Unterschätzen Sie nicht wie schnell und problemlos  das manchmal funktioniert. Machen Sie ihrem Kind klar, dass das knacken und umgehen von Sperren kein Kavaliersdelikt, sondern ein ernsthafter Vertrauensbruch mit Konsequenzen ist.

 

Seien Sie Vorbild! Was Sie Ihren Kindern zum Thema Internet auf den Weg geben, sollten Sie selbst verinnerlicht haben. Netiquette, Umgang mit persönlichen Daten und Bildern, das Verhalten im Internet lernt Ihr Kind auch anhand ihres Verhaltens. .
Tauschen Sie sich aus und fragen Sie andere Eltern oder Lehrer nach ihren Erfahrungen. Nutzen Sie Angebote wie Schau-hin.info oder Klicksafe.

 

Links zu Websiten mit Infos zu Jugendschutz im Internet, Medienkompetenz und Empfehlungen zum Umgang mit Internet und Medien für Eltern

  • http://www.schau-hin.info/
    SCHAU HIN! ist ein Elternratgeber mit Tipps, wie Kinder digitale Medien wie soziale Netzwerke und Smartphone clever nutzen.
  • http://www.klicksafe.de/
    Klicksafe ist eine Sensibilisierungskampagne zur Förderung der Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet und neuen Medien im Auftrag der Europäischen Kommission. Aktionsfelder des Projektes sind Inhalte/ Qualifikation, Kampagne/ Marketing sowie die Vernetzung bundesweit mit Partnern und Akteuren.
  • http://www.surfen-ohne-risiko.net/
    Entdecken Sie mit Ihren Kindern das kinderfreundliche Netz. Wir unterstützen Sie mit „Meine Startseite“, Quiz-Spielen und wichtigen Hintergrundinfos.
  • https://www.fsm.de
    Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e. V.) ist ein gemeinnütziger Verein, der sich mit Jugendmedienschutz in Onlinemedien befasst.
  • http://www.sicher-online-gehen.de/
    „sicher online gehen“ – eine Initiative von Bund, Ländern und der Wirtschaft. Mit der Initiative „sicher online gehen“ setzen sich Bund, Länder und Wirtschaft für einen besseren Schutz von Kindern im Internet ein.
  • http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/publikationen,did=4712.html
    Broschüre Ein Netz für Kinder – Praktische Hilfen für Eltern und pädagogische Fachkräfte
  • http://www.fragfinn.de/kinderliste/eltern/information.html
    Whitelist Suchmaschine welche nur manuell geprüfte Seiten als Treffer liefert. Nachteil ist das nicht alle Kinderseiten erfasst sind.